Zahnprophylaxe in der Zahnarztpraxis Aachen

Professionelle Zahnprophylaxe


Kinder- und Jugendprophylaxe

"Karies ist vermeidbar!" Die theoretischen Voraussetzungen hierfür sind seit langem bekannt und formuliert als die klassischen Säulen der Kariesprophylaxe: zahngesunde Ernährung, effiziente Mundhygiene, regelmäßige Fluoridanwendung und Fissurenversiegelungen

Zu den individualprophylaktischen Maßnahmen, die der primären Prophylaxe zugeordnet werden, zählen der Mundhygienestatus, die Unterweisung zur Vorbeugung gegen Karies und parodontale Erkrankungen, die Motivation (und Remotivation) sowie die lokalen Fluoridierungen.

Ziele der Prophylaxebetreuung aus zahnmedizinischer Sicht sind:

  • ein kariesfreies Gebiss bei allen Kindern mit naturgesunden Milchzähnen
  • kariesfreie bleibende Zähne bei Kindern mit bereits erkrankten/sanierten Milchzähnen
  • Schaffung von Verständnis für zahngesundes Verhalten
  • weitgehend selbstständige Durchführung von Mundgesundheitsmaßnahmen
  • gesunde Gingiva

Professionelle Karies- und Parodontitisvorsorge beim Erwachsenen

Anders als im Kinder- und Jugendalter ist im Erwachsenenalter seltener die Karies das Hauptproblem. Auch wenn einige erwachsene Patienten eine hohe Kariesanfälligkeit haben, stellen Zahnfleischerkrankungen mit zunehmendem Alter eine immer größere Herausforderung in der Prophylaxe dar. Die Ergebnisse der vierten deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV, 2006) belegen dies deutlich.

Zur Vermeidung einer Parodontitis sollte regelmäßig ein sogenanntes Parodontitis-Screening durchgeführt werden, welches in unserer Praxis routinemäßig zum Einsatz kommt. Dabei kann in wenigen Minuten festgestellt werden, ob eine behandlungsbedürftige Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder eine bis dahin unbekannte Zahnbettentzündung mit bereits aufgetretenem Knochenabbau (Parodontitis) vorliegt, welche die Prognose der Zähne gefährden könnte. Da sich eine Parodontitis typischerweise nicht durch Schmerzen äußert, ist eine solche Vorsorgeuntersuchung dringend zu empfehlen. Wie bei allen Erkrankungen gilt auch für die Parodontitis: Je früher sie erkannt wird, desto erfolgversprechender ist sie zu behandeln und umso besser ist die Langzeitprognose der Zähne.

Aus diesem Grund hat eine professionelle Karies- und Parodontitisvorsorge für den Zahnerhalt beim Erwachsenen heute eine immer größer werdende Bedeutung und spielt in unserem Praxiszentrum Aachen eine zentrale Rolle. Beim Gesunden ist eine solche Vorsorge 1-2 Mal im Jahr zu empfehlen. Wurde eine Parodontitis behandelt, sollte eine unterstützende Parodontitisnachsorge erfolgen (s.u.).


Unterstützende Parodontitistherapie (Parodontitisnachsorge)

Es ist allgemein bekannt, dass mit einer guten Mundhygiene Erkrankungen der Zähne zu einem großen Anteil vermieden werden können. Allerdings trifft das häufig zitierte Sprichwort "ein sauberer Zahn wird nicht krank" aus heutiger Sicht nicht mehr zu.

Neuere Studienergebnisse der letzten 5-10 Jahre in der Parodontologie zeigen, dass sich auch trotz guter Mundhygiene die Entstehung einer Parodontitis nicht immer vermeiden lässt. Der Grund darin liegt, dass sich Menschen in ihrer Immunabwehr gegen die Parodontitis verursachenden Bakterien erheblich unterscheiden. Dabei spielen neben äußeren Einflüssen (Rauchen, Stress, u.ä.) viele systemische (d.h. allgemeingesundheitliche) Aspekte eine wichtige Rolle. Noch immer kennen wir nicht alle Faktoren. Wir wissen jedoch, dass es eine Gruppe von Patienten gibt, die auf die ursächlichen Parodontitiskeime überschießend reagieren und deren eigene Mundhygiene diese Prozesse - wenn überhaupt - nur zu einem kleinen Teil beeinflussen kann, während bei anderen Patienten selbst die schlechteste Mundhygiene nicht dazu führt, dass die Bakterien eine Parodontitis auslösen.

Mit anderen Worten: Eine Parodontitis entsteht nicht aus einer schlechten Mundhygiene. Die Dinge sind viel komplexer und von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Diese Ansichten etablieren sich im Moment zunehmend in der Parodontologie. Das ist auch sinnvoll, denn damit gehen wir weg von einer Behandlung nach dem "Gießkannenprinzip" und hin zu einer ursachenorientierten Therapie, die das Risikospektrum des Patienten berücksichtigt.

Wenn auch eine sorgfältige Mundhygiene mit einer guten Reinigung der Zahnzwischenräume nach wie vor eine wichtige Voraussetzung für die Etablierung plaque-armer und damit "weniger angreifbarer" Beläge darstellt, müssen jedoch zur wirklichen Vermeidung von Entzündungen die sehr komplex organisierten Krankheitserreger (Biofilme) auf der Wurzeloberfläche nachhaltig entfernt werden. Dies bedeutet, dass bei "anfälligen" Patienten oder solchen, die bereits eine Parodontitis hatten, weniger die eigene Mundhygiene als vielmehr die regelmäßige Zerstörung des bakteriellen Biofilms die Gesundheit des Zahnfleisches sichern wird. Diese Biofilmzerstörung erfolgt mittels professioneller Wurzeloberflächenreinigung in den parodontalen Resttaschen. Dazu wenden wir mittlerweile sehr atraumatische Verfahren an, welche die Wurzeloberfläche nicht schädigen, die Keime allerdings entfernen. Neuere Pulverstrahlgeräte (Airflow) mit nichtabrasiven Pulvern sind ein Beispiel für diese Tendenz.

Aus den genannten Gründen werden im ersten Jahr nach einer Parodontalbehandlung in aller Regel Nachsorgetermine (Recall) im Abstand von 3 Monaten durchgeführt, um Neuinfektionen der behandelten Zähne zu vermeiden. Diese unterstützende Parodontaltherapie ist mindestens genauso bedeutsam wie die eigentliche Parodontaltherapie. Der Erfolg wird damit gesichert, d.h. entzündungsfreie parodontale Verhältnisse können weitestgehend aufrecht erhalten bleiben. In den Folgejahren können die Recall-Abstände schrittweise vergrößert werden, sofern eine stabile Situation bestehen bleibt. Jedoch sollte ein Abstand von 6 Monaten nicht überschritten werden. Die Recall-Abstände können aber mitunter auch wieder verkürzt werden, sofern Tendenzen zur Neuinfektion auftauchen.

Die unterstützende Parodontaltherapie ist somit der Schlüssel zum Erfolg einer Zahnfleischbehandlung. Insbesondere bei Patienten mit ehemaliger Parodontitis kann die Prognose zuvor unsicherer Zähne langfristig gesichert werden.

Implantatbetreuung

Implantate haben das Spektrum der Zahnmedizin erheblich erweitert. Sei es als Einzelzahnersatz, zum Ersatz mehrere Zähne oder zur Pfeilervermehrung bei herausnehmbaren Versorgungen. In jedem Fall übernehmen sie eine wichtige strategische Funktion. Für den Erfolg eines Implantats ist - ähnlich wie am natürlichen Zahn - eine gute häusliche Pflege der Implantate, aber insbesondere auch eine professionelle Implantatnachsorge unverzichtbar.

Auch an Implantaten können Bakterien - ähnlich wie bei der Parodontitis am natürlichen Zahn - Entzündungen, Taschenbildungen und Knochenabbau hervorrufen. Hier spricht man von einer sogenannten Periimplantitis. Zusätzlich zur häuslichen Reinigung der implantatgetragenen Versorgungen ist eine professionelle Reinigung der Bereiche eines Implantats im Übergang vom Zahnfleisch zur prothetischen Konstruktion Bestandteil einer professionellen Implantatnachsorge. Ähnlich der unterstützenden Parodontitistherapie dient diese der Vermeidung von entzündlichen Veränderungen des Zahnfleisches um die Implantate. Die Periimplantitis-Prophylaxe hat sich daher in unserer Praxis heute zu einem wichtigen Schwerpunkt entwickelt.

Insbesondere bei Patienten, die ihre Implantate aufgrund eines parodontitisbedingten Zahnverlustes erhalten haben, sind angehalten, eine Implantatbetreuung mit regelmäßiger professioneller Zahn- und Implantatreinigung durchführen zu lassen, um die Gesundheit an den Zähnen und Implantaten und somit auch den implantatgetragenen Zahnersatz zu erhalten.